Rückblick 2017

Am 18. Januar dieses Jahres stand unsere traditionelle Neujahrsveranstaltung auf dem Programm, zu der rund 120 Mitglieder kamen. Verschiedene Führungen durch Westflügel, Keller und Ausstellungsbereiche brachten vielen Mitgliedern neue Aspekte des Museums nahe.

Anschließend war im Afrikasaal Zeit zum Gespräch in fröhlicher Runde bei Wein, Käse und Gebäck.

Am 21. Februar lockte die Veranstaltung "Chili sin limite 2.0" als dem zweiten den Chilis gewidmeten Themenabend rund 100 Mitglieder ins Museum. Die Vorträge von Prof. Dr. Norbert Leist und Dr. Andrea Jonitz unter Moderation von Heiko Singer führten zu einem regen Gedankenaustausch. Klaus Kuhn heizte wieder den Topf für "Chili con carne" zur Stärkung an - und wer wollte, konnte ein angezüchtetes Chilipflänzchen mit nach Hause nehmen.

 

Die Busexkursion am 6. Mai führte über Mauer ins Neckartal bei Mosbach. In Mauer galt der Besuch dem Homo heidelbergensis im Rathaus, im Heidt‘schen Haus und der Fundstelle des Unterkiefers in der Sandgrube. Von zwei engagierten Mitgliedern des Fördervereins Homo heidelbergensis, Frau Kristina Eck und Sylvia Knörr, wurde nicht nur die Geschichte des Neckars mit seinen Schleifen und Durchbrüchen lebendig vorgestellt sondern auch die Tierwelt wie Flusspferde, Waldelefanten, Säbelzahnkatze, deren Knochen sich vor 600.000 Jahren in den Neckarschleifen abgelagert hatten. Beeindruckend ist auch die große Sammlung mit Nachbildungen europäischer und afrikanischer Vor- und Nachfahren des Homo heidelbergensis. In der Sandgrube ließ sich dann die Schichtfolge der Ablagerungen schön erkennen – wer würde da nicht gerne weitergraben.

Nach dem Rucksackvesper auf dem Schreckhof führte Dr. Manfred Schöttle in die abwechslungsreiche Geologie der Neckargesteine ein von den Wellenkalken, Schaumkalkbänken bis hinunter zu den Plattensandsteinen. Während des Abstiegs durch flachgründige Trockenhänge mit grandiosen Ausblicken über den Neckar wurde die Vogelwelt von Sylvia Jung und Peter Weickgenannt und die Flora von Siegfried Schloß und Norbert Leist besprochen.  Bei gutem Wetter ging es den herrlichen Aussichtsweg entlang durch das Naturschutzgebiet und über die verschiedenen Schichten bis zum Buntsandstein am Neckar wo uns der Bus einsammelte und zum Einstieg der Margarethenschlucht brachte. Das gute Wetter erlaubte auch den Abstieg durch die als alpiner Klettersteig ausgezeichnete wildromantische Schlucht mit ihren besonderen Farnen und ihren Wasserfällen, in deren Stufen sich die Larven des Feuersalamanders tummelten. Nach dieser sportlichen Herausforderung konnte der Tag im “Grünen Baum” in Neckargerach am Neckarufer bei griechischem Imbiss ausklingen, sodass gegen acht Uhr eine müde aber gut gelaunte Wandertruppe in Karlsruhe ankam.

Zur Regionalexkursion trafen sich 56 Mitglieder  am 27. Mai auf dem Michaelsberg bei Bruchsal. Ein heißer Tag, und so gab Prof. Rietschel in der Kühle der Kapelle eine Einführung in die Geologie und Geschichte dieses mystischen Berges von dem 6000 Jahre alte Siedlungszeugnisse bekannt sind, die der jungsteinzeitlichen Kultur den Namen gaben. Von dieser Michelsberger Kultur schlug er einen Bogen über vergleichbare und folgende Kulturen - besprach die Bedeutung solch prägnanter Orte, die schon früh kultischen Zwecken dienten – bis heute. Aus der Kapelle tretend bot sich ein herrlicher Rundblick vom Odenwald im Norden über die zu Füßen liegende Rheinebene mit den glitzernden Baggerseen - dem Gold der Region - mit den Pfälzer Bergen im Hintergrund bis zur Hornisgrinde im Schwarzwald. Dann führte der Weg in die trocken-heißen Südwesthänge hinüber zum Naturschutzgebiet Kaiserberg. In diesem traditionellen Exkursionsgebiet der Karlsruher Botaniker lebt eine speziell angepasste Tier und Pflanzenwelt, die Adam Hölzer, Siegfried Schloß und Norbert Leist mit all ihren Besonderheiten vorstellten. Da blühten Wachtelweizen, Wundklee, Blutstorchschnabel und natürlich ein reiches Orchideenspektrum mit Bocksriemenzunge, Helmknabenkraut, Purpurknabenkraut – in dessen Blütenstand die räuberische Krabbenspinne lauert. Am steilen Lösshang fanden sich die Fangschläuche der Tapezierspinne – einer den Vogelspinnen verwandten Art, deren Schläuche 20 cm in den Boden reichen, sodass sie auch in kalten Wintern geschützt ist. Erfüllt von unerwarteten Eindrücken klang der Tag dann beim Griechen im Restaurant Michaelsberg aus. Bei einem kühlen Bier ließen die Teilnehmer – wie unsere fernen Vorfahren – die Blicke über die weite Landschaft im Licht der untergehenden Sonne schweifen.

Am 8. Juli führte die lokale Exkursion in den Karlsruhe Zoo zu einem Besuch mit Führungen durch das Exotenhaus und die Elefantenanlage.

Dr. Ulrike Stephan, Mitglied unseres Vereins und  Zoopädagogin, erläuterte die Feinheiten des Exotenhauses; der Revierleiter des Elefantenhauses, Robert Scholz, führte in die Elefantenhaltung ein es wurde sogar der direkte Kontakt mit einer Elefantendame ermöglicht.

Unmittelbar danach lockte das Sommer-Grillfest die Vereinsmitglieder an den Pavillon des Museums, wo kühle Getränke und Gegrilltes warteten. Wie immer verbrachte die Vereinsgemeinschaft einen gemütlichen und schönen Nachmittag miteinander.

Zur Mitgliederversammlung am 6. November kamen rund 60 Mitglieder. Vorsitzender Johannes Stober berichtete über die Vereinsaktivitäten in seinem vierten Amtsjahr. Museumsdirektor Prof. Dr. Norbert Lenz informierte über Aktuelles aus dem Museum.

Geschäftsführer Heiko Singer vermeldete in seinem Finanzbericht wieder sehr erfreuliche Zahlen. Als herausragende Förderleistung des Vereins konnte er einen Betrag von über 200.000,00 EUR vermelden, die allein im Jahr 2016 für den Westflügel ans Museum überwiesen wurden. Weiterhin konnte er den mit der Grafikdesignerin Katja Unterkofler erarbeiteten neuen Vereins-Flyer zur Werbung neuer Mitglieder vorstellen.

Die Kassenprüfer Dr. Karl-Ludwig Metzger und Joachim Michel bescheinigten dem Geschäftsführer eine tadellose Buchführung.

Mit dem traditionellen gemütlichen Beisammensein im Mitgliederkreis klang die Jahreshauptversammlung aus.

Die Kaffeeaktion am Tag der offenen Tür 2017 fand am 11. November statt. Die über 4.000 Besucher des Museums sorgten für guten Umsatz, sodass am Ende des Tages Einnahmen von rund 1.400,00 EUR verbucht werden konnten; dies ist neuer Rekord bei einer Kaffeeaktion.

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