Rückblick 2018

Am 17.Januar lockte unser Neujahrsempfang rund 120 Mitglieder ins Museum. Neben Zeit für Begegnungen und zum Gespräch im fröhlichen Kreis bei Wein, Käse und Gebäck nahmen viele die Gelegenheit zum Besuch der Sonderausstellung "Amerika nach dem Eis" wahr. Spontane Führungen in der Ausstellung durch Prof. Norbert Lenz und Prof Dino Frey sorgten für kurzweilig vermitteltes Wissen.

Am 27. Februar zog die Veranstaltung "Chili trifft Avocado" - der dritte den Chilis gewidmeten Themenabend -  rund  80 Mitglieder in den Pavillon. Die Vorträge von Prof. Dr. Norbert Leist und Dr. Andrea Jonitz führten zu einem regen Gedankenaustausch unter Moderation von Heiko Singer . Anschließend wurden verschiedene von Teilnehmern mitgebrachte Guacamolen in geselliger Runde verkostet.

Die Busexkursion am 5. Mai führte uns in die Pfalz, wo zunächst die Polderanlage Neupotz und ausgewählte botanisch interessante Stellen des Auenwaldes besichtigt und erläutert wurden. Nach der Mittagspause im Fischerheim am Neupotzer Baggersee ging die Fahrt bei schönstem Wetter zum Steinbruch der Gebrüder Kuhn in Waldhambach. Die Bergbautechnik und Geschichte erläuterte Willi Kuhn, dem wir auch die Erlaubnis zum Betreten des Steinbruchgeländes verdankten. Prof. Dr. Siegfried Rietschel gab eine geologische Einführung in die Gesteine und die erdgeschichtlichen Ereignisse zur Permzeit vor 290 bis 250 Mio. Jahren. Damals wurden die im Karbon (Steinkohlezeit) gebildeten Gebirge weitgehend eingeebnet. Mit dem Zerbrechen der Pangaea im Perm kam es weltweit zu großen Vulkanausbrüchen. In der heutigen Pfalz zeugen davon teils mächtige Vorkommen von basaltischen Gesteinen, die lokal meist als „Melaphyr“ bezeichnet werden. Im Steinbruch Kuhn liegen sie als bis 50 m mächtiger Andesit auf dem Grundgebirge aus Granodiorit mit Aplit-Gängen. Im teils blasigen, teils mit Tuffen vermengten Andesit finden sich stellenweise zentimentergroße Achat-Mandeln. Als Überraschung gab es zum Ausklang im Steinbruch noch ein zünftiges Beisammsein bei einem von Dr. Siegfried Schloss spendierten „Pfälzer Buffet“ mit regionalen Weinen und Brot mit „Worscht aus der Bix“.

Zur Regionalexkursion am 16. Juni unter Leitung von Prof. Dr. Norbert Leist trafen sich knapp 30 Teilnehmer   am Bahnhaltepunkt in Huzenbach. Vom nahegelegenen Parkplatz Silberberg startete die Exkursion bei bestem Wanderwetter auf 607 m ü. M. im Buntsandstein des oberen Murgtals. Bald umgab uns ein prächtiger Tannen-Fichten Mischwald mit schönem Unterwuchs aus Adlerfarn, Rippenfarn, Waldwachtelweizen, Simsen, Milzkraut, Peitschenmoos und Pfeifengras. Prächtige Hänge mit Rotem Fingerhut gaben Anlass zur Diskussion über Gift- und Heilpflanzen und warum, wozu die Pflanzen solche Inhaltsstoffe wie Digitalis produzieren. Angesichts mächtiger Tannenstämme verstanden wir die Holzwirtschaft des 17. Jhd., die mit der Erschließung des Murgtals zur Flößerei und dem Holländerhandel führten, in dessen Verlauf zusammen mit der Köhlerei, der Tätigkeit der Glasmacher, Pottaschesieder, Rußbrenner, Pechsieder, Harzer der Schwarzwald stark entwaldet wurde. Erst das Forstgesetz von 1833 ermöglichte eine planmäßige wiederaufbauende Waldwirtschaft.

Fast unmerklich gelangten wir auf dem stillen Weg in den Nationalpark Nordschwarzwald und nach zwei Stunden öffnete sich der Blick über die Sturmschadensflächen des Tiefs Lisa (30.06.2012), die sich selbst überlassen bleiben, auf den Huzenbacher Karsee (747 müM) und die mächtige Karwand dahinter. Hier ließ Dr. Manfred Schöttle die Eiszeit vor 25.000 Jahren lebendig werden, mit der Vergletscherung des Quellhangs, was zur Aushobelung der Talsohle führte und mit dem Moränenschutt letztendlich den See aufstaute. Die Geschichte von Torf und Moor brachten uns Dr.Adam Hölzer und Dr. Siegfried Schloß nahe, sodass wir die Vegetationsgeschichte verstanden und im größeren Zusammenhang der Eiszeiten sehen konnten. Bei der Rast am Seeufer mit Blick auf das dunkelbraune Seewasser und die mächtige Karwand dahinter erlebten wir Stockenten, Zwergtaucher und fanden den seltenen Sonnentau. Frisch gestärkt führte uns der Weg um den See mit herrlichen Blicken auf das Moorauge, mit zahllosen Jungfröschen auf dem Pfad und Reliktpflanzen der Eiszeit am Wegrand. Weiter ging es abwärts durch das Tal des Seebachs auf einsamem Weg – immer wieder mit hübschen Ausblicken ins Murgtal –zurück zu unserem Parkplatz. Von dort war es nicht weit zum Biergarten in “Müllers Löwen” in Schwarzenberg, wo wir einen herrlichen Wandertag ausklingen ließen.

Zum Sommer-Grillfest am 7. Juli fanden sich rund 80 Mitglieder beim Pavillon ein, die bei bestem Wetter einen gemütlichen Nachmittag bei Steaks, Würsten, Salaten und Desserts miteinander verbrachten.

Ein Besuch im Römermuseum Remchingen (RMR) fand am 27. Oktober knapp 30 Interessierte, die den interessanten Ausführungen von Museumsleiter Jeff Klotz lauschten.

Zur Mitgliederversammlung am 5. November kamen rund 50 Mitglieder. Vorsitzender Johannes Stober berichtete über die Vereinsaktivitäten, Museumsdirektor Prof. Dr. Norbert Lenz informierte von A bis Z über Aktuelles aus dem Museum. Geschäftsführer Heiko Singer vermeldete in seinem Finanzbericht wieder sehr erfreuliche Zahlen. Als wesentliche Förderleistung des Vereins konnte er einen Betrag von über 80.000,00 EUR vermelden, die als Zuschuss für das Rhamphorhynchus-Fossil an das Museum  überwiesen wurden. Die Kassenprüfer Frau Adelheid Martens und Dr.-Ing.  Karl-Ludwig Metzger bescheinigten dem Geschäftsführer eine tadellose Buchführung.

Mit dem traditionellen gemütlichen Beisammensein im Mitgliederkreis klang die Jahreshauptversammlung aus.

Die Kaffeeaktion am Tag der offenen Tür 2018 fand am 10. November statt. Die über 4.000 Besucher des Museums sorgten für guten Umsatz, sodass am Ende des Tages Einnahmen von rund 1.250,00 EUR verbucht werden konnten.

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